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Jahr: 2010
Bemerkung:
ArtikelNr. 05107
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Eine Sage der tralischen Nomaden

Es ereignete sich zu einer Zeit, die man in manchen Ländern Mitelalter nennt. Doch bei uns, den Nomaden, nennt man sie die Zeit des Wolfes. Der Wolf ist das Wappentier und das Erkennungszeichen unseres Nomadenstammes. Unsere Ahnen kamen aus Ländern, über die nur wenig bekannt ist und wir ließen uns an den Ausläufern eines Gebirges nieder, hinter dem sich heute das Ottomanische Reich befindet.Wir bauten Dörfer und wurden sesshaft. Doch dies währte nur für kurze Zeit. Ein fremdes Volk bedrohte uns, denn wir hatten unsere Dörfer in ihrem Land gebaut. Sie waren ein kriegerisches Volk, das uns in Zahl und Waffen übertraf. Sie wollten uns um jeden Preis töten. So schickten wir einen Boten zu ihrem König. Als er zurückkam waren ihm die Ohren aubgeschnitten, ein Fuß abgesägt worden und ein Auge ausgestochen worden. Er sagte zu uns: „Diese Leute ließen nicht mit sich reden. Ihr König quälte mich schrecklich und sie sagten, sie würden uns nun nicht weiter behgelligen, da ihnen meine Qualen genugtuung gebracht hätten.“ Dann starb er durch seine Qualen. Wir waren froh, dass uns der König dieses fremden und kriegerischen Reiches nicht weiter behelligen würde. Doch es entpuppte sich als eine List. Der Botschafter war belogen worden. Ein Heer von Soldaten kam eines Nachts mit Fackeln ruhig zu unserem Dorf. Auf einmal hörten wir Wolfsgeheul. Die Männer und Frauen kamen eiligst aus ihren Hütten. Zuerst wollte man den Wolf umbringen, doch dann sahen sie die Fackeln und das herannahende Heer. Der Wolf, der sich mitten auf unseren Dorfplatz gestellt hatte und uns das Leben gerettet hatte, wurde uns heilig. Eiligst packten die Leute ihre Habe auf ihre Pferde und flohen Wir nannten ihn Onulu, was in unserer Sprache „Der Retter“ bedeutet.. Die Soldaten des fremden Volkes fanden nur leere Hütten vor. Wir aber flohen auf Wägen und seitdem ließen wir uns in keinem Lande mehr nieder und zogen umher. So wurden wir zu Nomaden.

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS