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Jahr: 2010
Bemerkung:
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Tobager, Buren, Zulus und Briten

Die Zeit, als Südafrika ein wildes Land war, das von Zulus und Buren bevölkert wurde und die Briten in einem Krieg gegen die Zulus fochten, ist eine bewegte Epoche. Doch genau in dieser Epoche war Tobager, ein allseits bekannter Held, in Südafrika. Er war ein Schwarzer, der nicht von den Weißen anerkannt wurde. Nach Südafrika zog er allein-ohne Getreue. Er wollte sich allein ein Bild von Südafrika machen, welches sich zu dieser Zeit in großen Unruhen befand. Ich möchte euch von Tobagers Reise durch Südafrika, vom Kap bis nach Transvaal erzählen.
Hier fängt die Geschichte an. Sie fing an, als ein kleines Floß, getrieben von den schäumendsen Wellen an einen Strand gespült wurde. Auf dem Floß befand sich nur eine einzige Person. Tobager. Er war durchnässt und wasserdurchtränkt. Doch er stand schnell auf und ließ sein Floß zurück. Er aß ein paar Muscheln, um seinen Hunger zu stillenn. Dann machte er sich auf den Weg. Er wanderte lange am Strand entlang, bis er aus der Ferne eine Hafenstand erblickte. Dies war Kapstadt. Doch Tobager vermied es, diese Stadt zu betreten. Er wusste, dass sie von Buren bewohnt war, einem Volk, dass Schwarze nur als Sklaven anerkannte und er hatte keine Lust, großes Aufsehen zu erregen. Doch eine gewitzte Tat konnte er nicht lassen. Als er einen Treck der Buren erblickte, der aus Kapstadt auszog, ergriff Tobager die Chance und stellte den Treck auf den Kopf. Das tat er, indem er in der Nacht allen Wägen in Windeseile die Räder wegnahm und sie verbrannte. Zwar mag man denken, dass dies bei einem solch großen Treck unmöglich sei, doch bei Tobager war so manches möglich. Doch er besann sich, dass er sich versprochen hatte, Südafrika als normaler Reisender zu durchqueren, ohne Aufsehen zu erregen. Und er würde nur im äußersten Notfall auf seine Kräfte zurückgreifen.
Von Kapstadt ging es nach Port Elisabeth. Diesmal wagte sich Tobager ebenfalls nicht in die Stadt und zog es vor, sich ins Landesinnere zu begeben. Eine unerfreuliche Begegnung hatte er auf einer Plantage, die einem burischen Grundbesitzer gehörte, welcher Tobager für einen entlaufenen Sklaven hielt. Nichtsahnend begab sich Tobager zu der Plantage, auf der ihm eine gute Suppe, Brot und ein Lager für die Nacht angeboten wurden. Tobager nahm dankbar an und sagte: „Es erfreut mich, solche Leute wie euch zu treffen, die einem Schwarzen ein Abendessen und ein Lager für die Nacht anbieten. Ich danke für eure Gastfreundschaft und bin froh, in diesen Zeiten wenigstens eine Person zu kennen, die mich gastfreundlich aufnimmt.“
Daraufhin erwiderte der Plantagenbesitzer: „Ja, schätze dich glücklcih, denn bald wirst du etwas noch besseres erleben. Warte nur ab, für einen Mann wie dich habe ich eine Überraschung bereit, denn etwas wie dich sieht man hier nicht oft“.
Mit glückseligen Gedanken schlief Tobager ein. Doch am nächsten morgen erwachte er, als ihm zwei scharfe Spitzen die Brust aufschlitzten. Verwundert bemerkte Tobager, dass er keinesfalls in dem Bett lag, auf dem er eingeschlafen war, sondern auf hartem Boden lag und angekettet war. An seinem Hals war ein eiserner Ring befestigt, an dem an jeder Seite Zacken angebracht waren, sodass er nicht weiter schlafen konnte. Er lag in einer Scheune. Jemand machte die Tür auf, es war der Plantagenbesitzer. Er ließ alle Sklaven, es waren vielleicht hundert, antreten. Dann peitschte er Tobager mit einer neunschwänzigen Katze den Rücken blutig.
„So du dreckiger Nigger, das ist, was ein entlaufener Sklave verdient. Seht nur her, ihr dreckigen Nigger! Seht, was mit entflohenen Sklaven passiert!“
Anschließend musste Tobager mit den anderen Plantagenarbeitern auf den Feldern arbeiten. Von den Arbeitern erfuhr er so manches über Südafrika und wie die Sklaven gefangen genommen worden waren. Viele gehörten dem Stamm der Zulus an, auch der starke Mombaßa und zusammen schmiedeten sie einen Plan, der sehr simpel war.
Bisher hatte den Sklavenarbeitern jeglicher Mut zum Aufstand gefhlt, da immer ein paar gekaufte Männer mit Gewehren an den Feldern und an ihren Behausungen standen und sie bewachten. Die Sklaven durften täglich nur drei Stunden schlafen. In dieser Zeit musste man handeln. Die Wachen wurden genau zu dieser Zeit unachtsam, sie amüsierten sich mit Würfelspielen und betranken sich. Da ergriffen Tobager und die anderen Sklaven die Chance, schlugen die Wachen nieder, nahmen sich ihre Gewehre, begaben sich zum Waffendepot.
Mombaßa, der starke Zulu nahm gleich zwei Gewehre und gemeinsam brannten sie die Häuser nieder und begaben sich in das Haus des Plantagenbesitzers, der im Nachthemd vor ihnen stand. Er war ganz verunsichert und Tobager packte ihn und zog ihn hoch.
„Du verdammter Mistkerl, du wirst keine Sklaven mehr besitzen und uns entehren. Dann kam Mombaßa mit einer Keule und erschlug den Plantagenbesitzer.
„Danke, ohne dich hätten wir nie den Mut gefasst, diesen Mistkerl zu töten. Wir danken dir. Ich werde dir treu sein.“, sprach Mombaßa und klopfte sich mit der Hand aufs Herz. Einige andere schloßen sich ebenfalls Tobager an, die anderen wollten zurück zu ihren Familien. Die Plantage brannte ab.
Danach zog Tobager mit Mombaßa und einigen Gefährten durch Südafrika. Einigen Trecks begegneten sie, doch die Buren hielten sich vor dem Trupp Schwarzer fern, denn sie sahen nicht gerade schwach aus. So wurden sie nicht weiter behelligt.
Etwas trauriges geschah in der Savanne. Der Trupp zog mit Gewehren bewaffnet durch die Savanne, als er von einem Rudel Löwinnen angegriffen wurde. Die Löwinnen kamen angesprungen, eine direkt vor Tobager. Doch der gute Mombaßa warf sich vor Tobager und rettete ihm damit ein Leben. Mombaßa wurde zerfleicht und er erschoss die Löwin.
Tobager weinte bitterlich um den treuen Mombaßa, der natürlich nicht gewusst hatte, dass Tobager über hundert Leben verfügte.

Sie durchquerten weite Teile Südafrikas und jedesmal, wenn sie auf Plantagen trafen, brannten sie sie nieder und befreiten die Sklaven. Immer wieder schlossen sich ihnen einige an, bis ihre Zahl in die hunderte ging.
Sie durchquerten den Oranje-Freistaat und bis auf ein Schussgefecht wurden sie nicht behelligt. Das Schussgefecht wurde ausgelöst, als ein berittener Trupp Buren auf die Schwarzen traf. Die Buren schossen mit ihren Gewehren auf die Schwarzen, die danach im organisierten Gleichtakt ihre Gewehre auf die Buren aubfeuerten. Tobager und seine Leute zogen weiter im verborgenen, um weitere Komplikationen mit den Buren zu vermeiden.
Sie zogen an Johannesburg vorbei. Und dann trafen sie auf die Zulus.
Sie trafen auf einen kleinen Stoßtrupp. Die Männer brachten sie zu ihrem König, der sie freundlich aufnahm. Tobager erzählte dem Monarchen vom treuen Mombaßa und tiefe Trauer war dem König anzusehen
Und dann war Tobager an der größten Schlacht zwischen Zulus und Briten beteiligt, die es gab. Nachdem Tobager Chruchill das Leben gerettet hatte, als dieser aus burischer Gefangenschaft entflohen war, zogen die Briten nun in eine Schlacht, an der Tobager unfreiwillig teilnahm. Zuerst versuchte Tobager den Zulukönig irgendwie von der Schlacht abzuhalten und sagte ihm, dass es in seiner Heimat eine gute Möglichkeit für eine Flucht gäbe, doch der König war nicht zu überreden. In der gewaltigen Schlacht von Kaffern wurden die Zulus besiegt.
Als er sah, wie schlecht es um die Zulus stand, floh er, nicht ohne zuvor versucht zu haben, die Truppen zum Mitkommen zu überreden. Doch als er dem Getümmel entkommen war, musste er an seine Freunde und Gefährten denken. Dann fasste er einen Entschluss. Er würde bis zu seinem Tod kämpfen.
Danach wütete Toabger schrecklich unter den Briten, er ermutigte die Zulus zu einem letzten Ansturm, doch die Briten gewannen hochüberlegen. Sie schossen einige Salven ab und der Ansturm der Zulus war versiegt. Tobager fiel. Er wurde von einer Kugel in den Bauch und von einer anderen in den Kopf getroffen. Das letzte was er sah, war, wie seine Freunde und Gefährten neben ihm starben und sich Leichenberge von Zulus türmten. Dann starb er und wachte sofort wieder auf.
Doch dies tat er in Äthopien. Und so zog er durch Nordafrika ans Mittelmeer und der Rest bleibt unbekannt.

 


(c) Ingo Hugger  2009 | livre@cassiodor.com | Artikel |  RSS