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Jahr: 1915-1931
Bemerkung:
ArtikelNr. 10065

 

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1915-1931. Wissenschaftliche Station für Brauerei in München. 5 Versuchsbücher, Sudbücher, Gewicht ca. 8 Kilo. Je 4°, wohl Holzdeckel mit Leinenbezug, stark fleckig, staubig. Teils fehlen Blätter ganz vorne oder ganz hinten.

Malzanalysen 1921-31 / Mälzungsjournal 1922-23-24 / o.T. [Untersuchungen, Sudkontrolle,] 12.4.1918-31.4.1921 / Gärkeller-Manual 1916-17 [1.9.-5.9.] / Gährkeller-Manual 1.9.-29.6. [ohne Jahr, wohl 1915-1916, Einband mit Feuchtigkeitsspuren].

Die Bände kommen ohne Urhebervermerk aus. Im „Untersuchungsband“ findet sich eine Aufstellung zu Bieranalysen im Oktober 1919, es sind die Biersorten Löwenbräu, Bürgerbräu, Hofbräu, Spatenbräu, Pschorrbräu, Eberlbräu, Thomasbräu, Hackerbräu, Augustiner vermerkt. In den „Malzanalysen“ liegt lose ein auf 1930 datiertes Blatt bei von „Wissenschaftliche Station für Brauerei in München, Ohlmüllerstr. 42a“, der einzige Hinweis auf den Urheber der Bände.

„Malzanalysen“: Hier sind, in Rubriken eingeteilt, Sudwochen und Hersteller des Malzes sowie Analysewerte genannt. Man liest u.a. von Hausmälzerei, Hackermälzerei, dänischer Gerste, niederbayerischer Gerste, Exportmalzf., Mal von Hauser & Sobot, Malz von Schiller aus Regensburg, Kaufmalz Tschecomalt, Malz von Neumarkt Oberpfalz, Landshut, Lindner, Edenhofer, Steinharter, Augustiner-Mälzerei, Malz-Muster Erding, Caramelmalz, Erding, Wildbräu Aibling, Kaufmalz Simbach, Löwenbräu, Probesud australische Gerste, Probesud polnische Gerste, Thomasbräu Waggon, Farbmalz Weyermann Bamberg.
Beiliegend ein Blatt „Untersuchungsbericht über Malz“ von „Wissenschaftliche Station für Brauerei in München, Ohlmüllerstr. 42a“, vom 12.12.1930 (Gutachten über eine Malzprobe an „Titl. Brauerei Wädenswil, Weber & Cie“: „Farbe und Geruch der Maische entsprechen einem Malze von Münchner Charakter“.) Tatsächlich wurde am 15.12. Gerste von Wädenswil verwendet).

„Mälzungsjournal“: Hier sind Gersteproben aufgeführt, eingeweicht und ausgeweicht wurden. Man erprobte u.a.: Hauser & Sobotka (Slowakei), dito (Oberbayern), Egger (Oberbayern), Schiller Regensburg, Steinharter Mittelfranken, Edenhofer Slowakei, Roubitschek Böhmen, Lindner Schlesien, Thomasbräu Slowakei, Tremmel Schwaben, Bavaria Lagerhaus, Edenhofer Rumänien.
Die Gerste kommt meist aus Bayern, aber auch aus der Slowakei oder aus Rumänien!

o.T. 1918-1921: Im linierten Buch sind zahlreiche Versuche in Texten dargestellt, nach Datum unterteilt. Es beginnt mit „12.4.18. Maischversuche zur Herstellung von Farbebier (zwecks Nachfärben des Bierzusatzes v. 5.2.18“. Dann liest man ua von: Ölversuch, Sudkontrolle Winterbier u. Dünnbier u. Eberlbräu u. Pasing 12. Waggon ua., Treberanalyse, Farbmalzanalyse, Wasserprobe (Weichwasser, Glattwasser), Säurebestimmung in Paulanerbier, Malzanalyse Pechanalyse Eberlbräu, Farbebier, Dünnbier, Verschnittbier, Soole (heute meist „Sole“ genannt) Nockherberg....
Eine genaue Aufzählung zu „Bestimmung der Mälzungsschwandes [?] nennt Lieferanten (Geist und Breuninger, Stern u. Sabath, Hirsch und Söhne, Marx und Cie, Hauser u. Sobotka...), den „Dr. Wiegmann“ und die „Brauer- und Hopfenzeitung“ Nr. 282-283 (wo wohl ein Artikel erschienen war).
Am häufigsten ist bzgl. der Sudkontrollen das „Eberlbräu“ genannt. Am Ende ein Blatt (leider mit Fehlstelle und Textverlust) zur Refraktion und Destillation verschiedener Brauerei-Biere, genannt Union, Hacker, Wagner, Löwen, Augustiner, Bürger, Thomas, Paulaner.

„Gärkeller Manual 1916-17“: Hier sind Sude nummeriert (von 1 bis 682) und datiert und knappe (stereotype) Bemerkungen über den „Verlauf der Gärung“ festgehalten. Vom 5.9. bis 19.9.1916 ruhte der Betrieb, ebenso vom 25.3. bis 11.4.1917.

„Gährkeller-Manual“ [sic, hier mit „h“ geschrieben]: Numerisch von 1 bis 1017 sind Sude genannt, datiert vom 1.9. eines ungenannten Jahres zum 29.6. des Folgejahres. Dazu wieder die stereotypen Angaben zu „Kräusen, Decke, Bruch“.

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