Vivarium
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| Jahr: |
1890-1931 |
| Bemerkung: |
2000 |
| ArtikelNr. |
10108 |
E-Mail
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2 Bände. Städte Pamphyliens und Pisidiens. Unter Mitwirkung von G. Niemann und E. Petersen herausgegeben von Karl Grafen Lanckoronski. 1. Band Pamphylien. II. Band Pisidien. Vlg. Tempsky, Wien e.a. / Freytag, Leipzig 1890 und 1892. Je gr.4°, Leinwandeinband, Gewicht zusammen ca. 8.6 Kilo! Band 2 mit beiliegender Grußkarte “Im Auftrage des Herausgebers”. Je Deckel vorne innen mit ExLibris “Adolf Bayersdorfer, 7. Juni 1842 21.Februar 1901”. Die ExLibris wurden nach dem Tode des B. von Familienangehörigen im Buche angebracht.
Beide Bände haben einst Feuchtigkeit erlebt, sind aber nicht wellig. 1: XVII und 195 Textseiten und 31 Kupfertafeln. Mit 2 Karten und 2 Plänen in Farbendruck, 31 Kupfertafeln und 114 Abbildungen im Text (gefaltete Karte vorne in Lasche, Karte vor Titelei, Plan Aspendos, Plan Side, 31 Kupfertafeln (je mit Pergaminblatt)). Der Band wirkt ungelesen, zeigt jedoch zahlreiche Spuren u.a. der wohl zugefügten Feuchtigkeit: Einband fleckig und berieben, vorderer Deckel etwas gelockert, erstes Doppelblatt (Reihentitelblatt und Titelbatt) lose und Karte vorne lose und alle mit Randläsuren und Wasserrand, nächstes (unbedrucktes) Blatt wie vor, die meisten Blätter des ersten Viertels und manche des restlichen Blocks mit Wasserrändern, S. XVII lose und angerändert und mit Randläsuren, klammerrostig, Plan Aspendos lose, Plan Side lose und mit Falz, Kupfertafeln wasserrandig, Kupfertafel VI (Doppelblatt) lose, viele Tafeln aus der Klebeverbindung gelockert, Tafel XXXI und hinterer Schmutztitel und hinterer Vorsatz mit kleinem Loch.
2: Mit 3 Plänen in Farbendruck, 33 Kupfertafeln und 154 Abbildungen im Texte (Plan Kremna, Plan Sagalassos). Der Band wirkt ebenso ungelesen und hat deutlich weniger Feuchtigkeit abbekommen, er ist deutlich besser erhalten: Einband fleckig und berieben, Block partiell schwach wasserrandig, Plan Kremna lose.
Aus der Bibliothek des Adolf Bayersdorfer. Bayersdorfer war als Kritiker, Freund zahlreicher Maler und später Generalkonservator der Schleißheimer Gemäldegalerie und der Alten Pinakothek seinerzeit ein bedeutendes Mitglied der Münchener Kunstszene. Er und Karl Graf Lanckoronski (1848-1933) hatten sich um 1875 kennengelernt. B. lebte von 1874 bis 1879 in Florenz und war in der Zeit für L. als Kunstaufkäufer tätig. Auch später blieben die beiden befreundet. Nach B.'s Tod 1901 pflegte L. Kontakt mit dessen Witwe Eugenie (gest. 1934), deren gemeinsamen Sohn Willy (1883-1920) und dessen Gattin Frithilde (1888 - nach 1966). Die ehedem im Familienarchiv Bayersdorfer (später Käss) erhaltenen ca. 80 Briefe und Telegramme des L. verkaufte man in den 1990ern an die Alte Pinakothek oder eine andere kunsthistorische Einrichrichtung in München.
Vergessen wurden damals 2 Ansichtskarten, die Lanckoroski 1927 und 1931 an Bayersdorfers Schwiegertochter schrieb – und die hier beiliegen. Gezeigt ist einmal auf einer am 24.10.1927 gelaufenen Photo-AK Schloss Rozdol in Polen, L. schreibt über einen geplanten Besuch in Planegg. Einmal sehen wir die abphotographierte Zeichnung eines Herren in altertümelnder Tracht (dat. 4.1.1931, nicht gelaufen). Rückseitig heißt es: “Der uralte Lanckoronski gratuliert Ihnen als junger Lanckoronski vor 40 Jahren in polnischem Costüme zu Neujahr ...”.
Siegfried Käss, der Ehemann von Willy's Tochter Veronika, schrieb ein Buch über Bayersdorfer: Die erste Fassung erschien im Privatdruck unter dem Titel “Die Mappe unseres Großvaters, Adolf Bayersdorfer, seine Freunde, seine Zeit” (Stockdorf / Gauting um 1985). 1987 erschien dann eine leicht gekürzte Buchhandelsausgabe im Tuduv Verlag zu München unter dem Titel “Der heimliche Kaiser der Kunst, Adolf Bayersdorfer und seine Zeit”. Dort heißt es (Angaben und Zitate nach S. 257-271 des Privatdrucks): “Etwa jedes Jahr einmal erlebte sie [Veronika Käss, Adolfs Enkelin] es als Kind und junges Mädchen, dass ein riesiger alter Herr in der Wohnung in der Adalberstraße [in München] erschien... Vroni liebte den “uralten Großonkel”, wie er sich selber nannte, weil er meist süße Geschenke mitbrachte und sich freundlich mit ihr unterhielt, wohl aber auch, weil zum ersten Mal in ihrem Leben ein richtiger Mann, ein stellvertretender Vater, auftauchte. [Adolfs Sohn Willy, Vronis Vater, war 1920, im Jahr von Vronis Geburt, gestorben]. … So erinnert sich meine Frau .. an ein Diner mit ihm in dem Münchner Hotel Continental, vermutlich .. 1931. Die vier Teilnehmer [wohl Enkelin, Mutter, Großmutter, L.] saßen an einem riesigen runden Tisch in einem reservierten Saal... Es war bedrückend feierlich... Man fuhr anschließend mit einem Taxi – welch ein Ereignis! - an den Starnberger See. Aber selbst diese Fahrt gestaltete sich aufregend, weil der Fahrer durch seine geringe Ortskenntnis den Zorn des alten Herren erregte und eine Fürstin mit russischem Namen, die er in Tutzing treffen wollte, nicht zu finden war. Etwa eineinhalb Jahre später brachte die Post die Anzeige vom Tod Sr. Exzellenz, .. Karl Grafen Brzezie-Lanckoroski ….. Großgrundbesitzer ...” Käss schreibt zur Freundschaft Bayerdorfers mit Lanckoroski: “Um 1875 scheint A.B. [Adolf Bayersdorfer] den Grafen kennengelernt zu haben, wahrscheinlich in Florenz, wo A.B. ja damals wohnte. Bald begann ein Austausch von Briefen und von Telegrammen... Der Graf war im Begriff, die große ererbte Sammlung von Möbeln und Kunstgegenständen durch eine … Gemäldesammlung zu ergänzen und so bat er immer wieder um Informationen [und]… um Werturteile. …. Wenn .. eine große Versteigerung in Italien bevorstand, fieberte er dem Ereignis entgegen und gab dem Freund genaueste Anweisungen, … wie hoch er bieten dürfe....”
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