Vivarium
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um 1910 |
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| ArtikelNr. |
10111 |
E-Mail
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Martin Greif (1839-1911), kleines Konvolut zum Münchner Dichter.
- Gedichte von Martin Greif, sechste reich vermehrte Auflage (achtes Tausend), Amelangs Verlag, Leipzig 1895 (8°, Leinwandeinband, Goldschnitt, 399 Seiten, schön erhalten). Titelei mit handschr. Vermerk: “Dieses Buch schenkte mir Tante Julie zum Geburtstag 1911, F.Volk”.
- Ansichtskarte, geschrieben am 19.6.1909 in Adelholzen. Gezeigt ist eine “Weissachenpartie, Einfang mit Engelstein”. Es schreibt Willy Bayersdorfer, Sohn des Adolf Bayersdorfer (1842-1901) an “Fräulein Frithilde Volk bei Frau Julie Isemann” in München, Aiblingerstraße 5: “Hier gibts herrliche einsame Spazierwege für übermäßig gesprächige Leute. …. Ich habe .. mit 2 Katzen und einer selbstgefangenen Eidechse einige Worte gewechselt. …..”. Auf der Bildseite: “Herzliche Grüße, Martin Greif”. Friedhilde Volk arbeitete als Kindernädchen bei Isemanns und sollte 1919 den Willy heiraten. Willy kannte den Greif sein Leben lang – sein Vater Adolf war seit den 1860-Jahren mit dem Dichter befreundet gewesen.
- Münchner Illustrirte Zeitung, Süddeutsche Woche. 9.4.1911, Einbandvorderdeckel: “Martin Greif, der bekannte Münchner Dichter, ist am 1.April gestorben.”
- Brief des Franz Isemann an “Frau Doktor” (die Witwe des Adolf Bayersdorfer), 18.5.1913, geschrieben im “Lager Lechfeld” wohl während eines Manövers. Isemann arbeitet wohl als Privatlehrer für die königliche Familie: “Hier weht der Wind scharf, trotzdem mich [?] 2 kgl. Prinzen erwarten [?]. Morgen wird ein großartiges taschenleerendes Essen sein, beten Sie für meine arme Seele, daß ich nicht zu viel Champagner trinken muß. ...”
- 2 Briefe an Fräulein Volk, Juli 1911, Absender ist ein Mensch aus Köln, es geht um ein Baby (wohl das der Frau Isemann).
Der Kunsthistoriker Willy Bayersdorfer (1883-1920), hatte 1909 promoviert. Er war der Sohn von Adolf Bayersdorfer (1842-1901), der als Kritiker, Freund zahlreicher Maler und später Generalkonservator der Schleißheimer Gemäldegalerie und der Alten Pinakothek seinerzeit ein bedeutendes Mitglied der Münchener Kunstszene gewesen war.
Zu Martin Greif schreibt wiki (Stand 7/2026):
“Friedrich Hermann Frey war der Sohn des Regierungsdirektors Max Frey (vormals Kabinettsrat des Königs Otto von Griechenland) und dessen Gattin Adelheid Friederike Ehrmann. Ein Onkel Martin Greifs mütterlicherseits war der Speyerer Kreisarchivar und Maler Peter Gayer (1793–1836), sein Cousin dessen Sohn Karl Gayer (1822–1907), Professor der Forstwirtschaft und Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität in München.
Der Vater wurde [1856 IH] nach München versetzt, wohin die Familie übersiedelte. Nach dem Abitur trat Martin Greif in das bayrische Militär ein, wurde 1859 Offizier, nahm aber 1867, um ganz seiner Neigung zur schönen Literatur folgen zu können, seinen Abschied und ließ sich als freier Schriftsteller in München nieder, von wo aus er Reisen nach England, in die Niederlande, nach Spanien, Dänemark, Italien und in andere Länder unternahm. Bereits 1862 hatte er den Dichter Friedrich Rückert in Neuses besucht. Durch Vermittlung Eduard Mörikes erschien 1868 bei Cotta das Buch Gedichte unter dem Pseudonym Martin Greif, das er seit 1882 auch als bürgerlichen Namen führen durfte. 1869 zog er nach Wien, wo durch Vermittlung Heinrich Laubes viele seiner Stücke mit Erfolg am Burgtheater aufgeführt wurden. Nach Laubes Weggang vom Burgtheater ging Greif nach München zurück und schrieb vaterländische Stücke für das bayerische Hof- und Nationaltheater. Nach langem Leiden starb Greif im Alter von 71 Jahren im Krankenhaus in Kufstein. Sein Grabmal, 1912 von dem Bildhauer Hermann Lang geschaffen, ist auf dem Friedhof der Kirche St. Peter und Paul in Zangberg (Ortsteil Palmberg) in der Nähe von Ampfing (bei Mühldorf am Inn) erhalten.
Zahlreiche Gedichte von Martin Greif wurden vertont. Sein Drama über Agnes Bernauer gehört bis heute zum Repertoire Bayerischer Laientheater, z. B. in Vohburg an der Donau. In Bayern und der Pfalz sind zahlreiche Straßen nach Martin Greif benannt u. a. in Ampfing, München, Regensburg und Ludwigshafen am Rhein. 2011 wurde in Speyer mit der Martin-Greif-Stube ein kleines Literaturmuseum zu Leben und Werk des Dichters eingerichtet.”
(c) Ingo Hugger 2020 |
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