Vivarium
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| Jahr: |
1909-1943 |
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| ArtikelNr. |
10126 |
E-Mail
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Schöner Ledereinband, Buchbinder-Arbeit 1909. Handschriftliche Tagebucheinträge 1918-1943
8°, Ledereinband, ca. 150 Blatt, vorderste Blatt herausgetrennt, berieben, weißer Strich auf Rücken, sonst gut. Auf dem Rücken steht: “De Homine dextro et sinistro”.
Das Buch war ein Geschenk des damals in Krailling oder Planegg bei München lebenden Freiherrn Max von Droste an das Kindermädchen Frithilde Volk. Volk (verheiratete und schnell verwittwete Bayersdorfer, 1888 - nach 1966), schrieb von 1918 bis 1943 Eintragungen zu ihrem Leben ins Buch. Beiliegend ein handschr. Brief des von Droste sowie ein handschr. Zeugnis für Frithilde (beide dat. 9.9.1909). Im Brief schreibt er: “Heute hat der Buchbinder seine Arbeit nach langem Drängen endlich abgeliefert...”.
Die 1888 geborene Frithilde (Hilde) Volk verlebt ihre Kindheit in Heddersbach im Odenwald, zieht denn nach Richen bei Eppingen im Landkreis Heilbronn. Ihr Vater ist evangelischer Pastor. Nach Jahren in München (1907-1909) und einer Zeit als Kinder-Krankenschwester in Karlsruhe (1910) kommt sie ab 1911 nach Altenhof bei Eckernförde in Schleswig-Holstein, wo sie für das Ehepaar Theodor (1870-1938) und Elly von Reventlow deren 4 Töchter (Marie-Louise geb. 1904, Asta-Elisabeth geb. 1901, Juliane Sophie geb. 1908, Hedwig Ida geb. 1910) hütet. Anfang 1919 verdichtet sich die Beziehung zu ihrem Freund, der die Jahre von 1914 bis 1918 als Soldat verbracht hatte. Ende Juni 1919 verlässt sie Schleswig-Holstein und zieht nach Bayern. Bis 1934 lebt sie in München, dann in Stockdorf.
Die ersten 8 Seiten des Tagebuchs wurden am 9.11.1918 in Altenhof bei Eckernförde geschrieben und behandeln Revolutions-Ereignisse (“Graf Bernstorff hat uns schon lange vor einer Revolution gewarnt, denn Scheidemann könne die Massen kaum mehr zusammenhalten.”). Der nächste Eintrag datiert dann auf den 18.4.1920, ab hier dominieren private Dinge.
Zum Jahr 1925 schreibt sie: “Wir mussten furchtbar sparen. …. Meine Bemühungen, eines meiner Fröhlicher [Otto Fröhlicher, 1840-1890] Bilder bei einem Kunsthändler zu verkaufen, schlugen fehl, so musste ich mich entschließen, meinen so schönen, geliebten größeren Stäbli [Adolf Stäbli, 1842-1901] zu veräußern. … Das Bild kam in die Schweiz. Der Direktor der Zürcher Kunsthalle vermittelte mir den Verkauf. …. [April:] Ernst [Haider] hatte mit noch etwa 30 Künstlern eine Ausstellung veranstaltet, er hatte die große Rottenbucher Herbstlandschaft und d. Hochgebirgslandschaft dort hängen. 17. Mai: Eröffnung der großen .. [Karl] Haider-Gedächtnis-Ausstellung, so auch unsere Erdinger Landschaft hing. ….”
1927: “Mitte Mai besuchte uns Carla Lanckoronska, reizender Mensch”.
1928: “Anfang dieses Jahres verkaufte ich den Thoma um 22.000 M. ...” 16.4.1935: “Gräfin Reventlow, Ausflug nach der Rotmannshöhe.”
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