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Jahr: 1899
Bemerkung:
ArtikelNr. 3378

 

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Tuscheskizze „Beim Strasser Sepp“, 1899. Künstler E. Kneiß aus München. 20x25cm, 2 Eckausrisse, fleckig, leichte Falzen.

Das Stück hat etliche Gebrauchsspuren, was hier die Aura noch verstärkt: Das Blatt entstammt dem Nachlaß des Ludwig Prell, Vater der berühmten Münchener Volkssängerin Bally Prell. Es ist höchstwahrscheinlich, daß Prell und seine Spezis dieses Bild in Händen hielten und wohl beim Betrachten deftige Witze rissen - denn Speicheltropfen sind noch heute auf dem Papier des Reliktes konserviert!

Das Gruppenbild zeigt 9 Männer im Wirtshaus. 3 von ihnen spielen auf Musikinstrumenten, nämlich Gitarre, Zither und Mandoline. Dargestellt sind in gelungener Manie die Mitglieder des Volksmusik-Zirkels um Prell. Letzterer sitzt seitlich zum Betrachter, gwampert und konzentriert in sein Gitarrenspiel auf einem hölzernen Zirbelstuhl. Kurios, daß ein Gesicht, nämlich das der dritten Figur von links, nachträglich auf das Bild aufgeklebt wurde. Alle Köpfe sind professionell und lebensecht dargestellt. Das Bild ist ein beachtliches Zeugnis der traditionellen Musikkultur des München um 1900. Wunderschön skizziert die Einrichtung des Strasser-Sepp, markant die Köpfe der Musiker und Musikliebhaber.

(c) Ingo Hugger  2020 | livre@cassiodor.com