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lobisch-globus.jpg

Jahr: 1976
Bemerkung:
ArtikelNr. 9284

 

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Mechthild Lobisch, Buchbinderin, Gauting: Globus-Plastik 1976
Plastik, Höhe ca. 15cm, wohl aus Stahl, Gewicht ca. 4.5 Kilo. Unten anno 2020 von der Künstlerin mit Filzstift signiert.
Die gelungene Plastik ist Zeugnis jüngerer Gautinger Kulturgeschichte. Die bedeutende deutsche Buchbinderin Mechthild Lobisch schuf die Plastik 1976. Damals arbeitete die Gautingerin bei der Firma Roth Elektrik. Sie rettete ein kurioses Stück Altmetall (ein beschädigtes Gelenklager, das ein Elektriker von der Montage zurück ins Werk brachte), ließ es von einem Kollegen an einen Stahlsockel schweißen und schuf so ihr bislang erstes und einziges stählernes Kunstwerk. Um 1985 kam die drehbare Plastik anlässlich einer Auktion zu Gunsten der (u.a. von Hans-Georg Krause gegründeten) damaligen Gautinger Kultur-Zeitschrift „Beisszangerl“ unter den Hammer – und wurde von meinem Vater Burkhart Hugger ersteigert. Seitdem stand es im Haus meiner Eltern und veränderte im Laufe der Jahrzehnte die Farbe: 1976 noch glänzend, präsentiert sich das Stück heute in flugrostenem Braun. Immer wieder bestaune ich die rohen Kräfte, die im teilgeschmolzenen Gelenklager verewigt sind. Stählerne Unordnung!
Nebenbei: Einen Komplettsatz des Beisszangerl konnte ich einst glücklicherweise erstehen. Ein vergleichbares sowohl kulturell spannendes als auch regierungs- und obrigkeitskritisches Periodikum hat es zuvor und seitdem in Gauting nicht gegeben. Papierne APO!

(c) Ingo Hugger  2020 | livre@cassiodor.com