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Jahr: 1907-1911
Bemerkung:
ArtikelNr. 9685

 

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2x Haushaltsbuch, Landau Pfalz 1907-1919. Bayerischer Offizier Franz Mehling mit Familie

2 Haushaltsbücher, je 8°, Leinwand bzw. Halbleinwandeinband, ca. 250 und 190 Blatt. Die Aufführung der einzelnen Posten in den beiden Büchern ist faszinierend zu lesen und gibt einen unverstellten Einblick in das Leben eines bayerischen Offiziers und seiner Familie in den ersten 2 Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts.

Buch 1, 1907-1919, ca. 300 beschriebene Seiten (gesamt ca. 500 St.). Hier schreibt der bayerische Offizier Mehling, monatlich nennt er alle Einnahmen und Ausgaben. Sein Gehalt von anfangs monatlich 100 Mark genügt nicht annährend, um die Lebenskosten zu decken, Vater und Schwiegervater strecken Geld zu. 1908 wird M. befördert, er erhält nun 300 Mark, 1918 sind es 730 Mark. Einige Posten: Flottenverein 2M; Ballblumen 4M; Miete für Gasherd ½ Jahr 1.26M; Schneiderin Appelt 6M; Dienstbotenlohn April 12.10M; Offiziersvereinsbeitrag I.u.II Quartal 4.20; Eintritt in die Residenz 1.50; Wohnungsmiete für III. Quartal 200; Kalodont 0.60; Watte 0.20; Handatlas 6.90; Trinkgeld für Kaffeeboten 1, Trinkgeld für 1. Briefträger 2; Trinkgeld für 2. Briefträger 2; Chloroformöl 0.50; Kehrichtabfuhr 4; Hühneraugentinktur 0.30; Eis für Mai 2.40; Kinderwagen (Juli 1908) 56; Hebamme 60; Diabolo 1.20; Annonce Mädchen gesucht 0.95; ..... Feldmütze 6.50 (Juli 1915); ... im Mai 1919 bricht die Aufstellung abrupt ab.

Buch 2: Juli 1910 bis September 1914. Leinwandeinband mit Aufdruck „Haushaltsbuch“, innen Besitzervermerk „Anna Mehling, Landau/Pfalz“. Anna verzeichnet hier ihre Ausgaben. Ihr Mann vermerkt in Buch 1 den monatlichem Posten „Haushaltsgeld“ (anfangs 100 Mark), der denn in Buch 2 detailliert dargestellt ist (Äpfel, Milch, Fleisch, Kartoffeln...). Für fast jeden Tag sind Ausgaben aufgeführt, dazu in der 1. Zeile jeweils das Wetter und die Temperatur, in der letzten Zeile eines Tages autobiographische Angaben genannt (12.12.1912: Unser Prinzregent gestorben“). 1.8.1914: Kriegsausbruch; 7. „In der Nacht Franz fort in den Krieg“. 16.9.: „Franz krank vom Felde heimgekommen.“. „Ende Februar 1915 Franz nach Nürnberg abkommandiert.“

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