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Jahr: 1930er
Bemerkung:
ArtikelNr. 9690

 

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Laborstuhl. Hocker aus Metall, Königsberg 1930er

Metallener Hocker, Höhe (auf dem Bild) ca. 45cm, Durchmesser Sitzfläche ca. 32cm. Die Sitzfläche lässt sich noch ca. 15cm nach oben verdrehen. Der Hocker war ehedem weiß gestrichen und wurde später grün übermalt. Farbe abplatzend, braune Farbflecken, Sitzfläche mittig ohne Farbe und mit aufgebogenem Metall (geschmolzen?), sonst gut. Die Kunststoffsockel an den Füßen unten sind wohl späteren Datums. Sie tragen innen die Nummer (Datierung?) „1989“. Am Hocker selbst finden sich keinerlei Herstellerhinweise.

Der Hocker stand einst (wohl als Laborstuhl) in der Kinderarztpraxis Fritz Lehmann in Königsberg. Lehmann war 1890 wohl in Berlin zur Welt gekommen und führte ab ca. 1930 eine große Kinderarztpraxis im Zentrum von Königsberg. Ob seiner Tätigkeit musste L. im Zweiten Weltkrieg nicht als Soldat kämpfen. Als er im Januar 1945 zum Volkssturm einrücken sollte, schlief er 3 Tage lang nicht und trank gleichzeitig Unmengen Kaffee. Dann ging er zum Herzspezialisten und ließ sich krankschreiben. Mit einem der letzten Züge verließ Lehmann die Stadt und fuhr zu seiner (bereits abgereisten) Familie nach Hamburg. Dort eröffnete er bald eine neue Praxis (unter dem Namen „Fritz Lehmann-Grube“).
Ab 1943 schickte Lehmann Kleinmöbel und Hausrat per Post zu den in Hamburg lebenden Schwiegereltern. So gelangte vorliegender Stuhl in den Westen. Die Informationen stammen von der Tochter Lehmanns.

Die Tochter erzählte noch eine weitere bemerkenswerte Geschichte: Ihr Vater versteckte Gold im Rahmen eines Fahrrades. Dieses Rad blieb 1945 in Königsberg! Ob das Gold je gefunden wurde?

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